Borschtsch, Soljanka & Co.: Osteuropäische Suppen-Tradition
Suppen sind in Osteuropa kein Vorgericht, sondern das Herzstück der Mahlzeit. Eine kleine Geschmacksreise.

In Deutschland endet die Suppe meist nach dem ersten Gang. In Osteuropa beginnt mit ihr die Mahlzeit — und oft genug ist sie auch das Hauptgericht. Drei Klassiker prägen die Tradition: Borschtsch, Soljanka und Schtschi.
Borschtsch — die rote Königin
Rote Bete, Weißkohl, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln, Tomaten, Rindfleisch. Mit Sauerrahm und frischem Dill serviert. Borschtsch ist das wohl bekannteste osteuropäische Gericht — in der Ukraine wurde es 2022 sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept; das Geheimnis liegt im langsamen Schmoren und der richtigen Säure.
Soljanka — säuerlich, herzhaft, würzig
Soljanka ist die kräftigste der drei. Eingelegte Gurken, Kapern, Oliven, Tomatenmark, mehrere Fleisch- oder Wurstsorten — gerne auch Räucherfleisch. Wer sie zum ersten Mal probiert, schmeckt sofort die markante Kombination aus salzig, sauer und rauchig. In der DDR wurde Soljanka zum Standard fast jeder Gaststätte und ist bis heute eine kulinarische Brücke zwischen Ost und West.
Schtschi — der Kohleintopf
Schtschi gilt als die älteste Suppe Russlands — über tausend Jahre alt. Frischer oder Sauerkohl, Fleisch (oder vegetarisch), Wurzelgemüse. Schlicht, sättigend, ehrlich. Mit einem Klacks Sauerrahm und einem Stück Roggenbrot wird sie zum Inbegriff von Hausmannskost.
Wie isst man osteuropäische Suppen?
- Immer mit einem Löffel Sauerrahm einrühren — er rundet Säure und Schärfe ab.
- Schwarzbrot oder Roggenbrot dazu — gerne mit etwas Salzbutter.
- Frische Kräuter (Dill, Petersilie, Frühlingszwiebel) erst am Tellerrand zugeben.
- Knoblauch-Pampuschki passen klassisch zu Borschtsch.
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